Jusos Erfurt kritisieren Helmerichs Alleingang und fordern Konsequenzen in der Stadtratsfraktion

Am Samstagmorgen berichtete die Thüringer Allgemeine über eine geplante Veranstaltung des Erfurter Landtagsabgeordneten und Stadtratsmitglied Oskar Helmerich im Mai, zu der Thilo Sarrazin eingeladen werden soll.1. Diese Meldung machte binnen wenigen Stunden sofort Meldung auch außerhalb Thüringens, wie z.B. in der Leipziger Volkszeitung2, Zeit Online3, dem Spiegel4 oder dem Deutschlandfunk5.

Wie kommt man eigentlich als Sozialdemokrat auf die Idee, den Vorreiter des neurechten Rassismus und der Elitären Unterschichtenbashings einzuladen?“ kommentiert der Erfurter Juso-Vorsitzende Alexander Schwenk. „Sarrazin ist wohl bekannt für seine schlecht zusammengebastelten Zahlen und seine rechtspopulistischen Hirngespinste. Für uns ist bis heute völlig unverständlich, dass dieser Mann sich immernoch SPD-Mitglied nennen darf.“

Währenddessen distanzierte sich bereits der Landesvorsitzende der Thüringer SPD, Wolfgang Tiefensee, die Thüringer Landtagsfraktion sowie die Erfurter SPD von diesem Alleingang. „In dem Artikel wurde ja sogar explizit Suleman Malik, der Vorsitzende der Ahmadiyya Gemeinde Erfurt als Diskutant eingeladen. Der wusste ja nicht mal was von seinem Glück!6 Hat sich Helmerich eigentlich mit irgendwem vorher darüber beraten? Es ist eine Frechheit, dass er damit die ganze Thüringer SPD in Verruf bringt!“ bemerkt die stellvertretende Vorsitzende Hannah Brandt.

Ich habe 2016 gegen die Aufnahme von Oskar Helmerich gestimmt, weil sie von einigen Protagonisten innerhalb einer Woche durchgepeitscht wurde. Meine Bedenken von damals haben sich bestätigt.7“ erinnert sich Juso-Stadtrat Kevin Groß. „Wir schließen uns der Forderung von Oleg Shevchenko an, diese Veranstaltung schnellstmöglich abzusagen. Rassisten geben wir keine Bühne, Ende der Diskussion.

Die Stadträte müssen sich am Montag in ihrer Fraktionssitzung öffentlich von Helmerich distanzieren.“ fordert der Erfurter Juso-Vorsitzende Alexander Schwenk. „Sollte Helmerich die Veranstaltung dennoch durchführen wollen, werden wir dagegen Widerstand leisten. Ob dann da SPD draufsteht oder nicht, ist mir egal.“

Die Jusos Erfurt erwarten einen baldigen Ausschluss von Sarrazin aus der Partei. Gegen ihn liefen wiederholt Verfahren auf Parteiausschluss, bisher ohne Erfolg. Das aktuelle Verfahren müsse jetzt endlich zu Ende gebracht werden.

 

Quellen und Links:

1https://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/politik/detail/-/specific/Thueringer-SPD-will-mit-Thilo-Sarrazin-punkten-1530390245 UPDATE: Anfangs titelte die Thrüinger Allgemeine noch: „SPD will mit Thilo Sarraziin Wähler von der AfD zurückholen“. Der Artikel wurde zwischenzeitlich mit Statements verschiedener Personen erweitert.

 

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