Rassismus vor Erfurter Clubs stoppen! Pressemitteilung der Jusos Erfurt zum kürzlichen Vorfall vor dem Cosmopolar

Und wieder ist es passiert. An der Tür des Clubs „Cosmopolar“ wurden schon wieder Menschen an der Tür wegen Ihrer Ethnie abgelehnt. Erst vor zwei Jahren machte ein ähnlicher Fall an der Tür des Cosmo Schlagzeilen.

Wie aus dem Artikel der Studierendenredaktion von Radio F.R.E.I. „UNIversal“ zu lesen ist wurden zwei Menschen einer Gruppe internationaler Studierender an der Tür aufgrund ihrer Hautfarbe abgelehnt. Wie die beiden gegenüber UNIversal berichten, wurden sie mit dem Zeigen auf die unterschiedlichen Hautfarben der Hände von Türstehern und ihren darauf hingewiesen, den Club nicht betreten zu dürfen. Eine erschütternde Vorstellung, wie der Vorsitzende der Jusos Erfurt, Alexander Schwenk, findet: „Uns kommt immer wieder zu Ohren, dass die Türsteher des Cosmopolar Menschen bedrängen, sexistische Bemerkungen gegenüber Frauen ablassen und eine diskriminierende Wahl der Gäste treffen. Das ist, grade im Hinblick auf unseren Anger, ein ernstzunehmendes Problem!“

Fatal war dabei außerdem, dass die zwei betroffenen Menschen Hilfe bei der Polizei suchten und keine bekamen. Sie erzählten im Interview, dass die Polizeibeamten nicht den Anschein machten, helfen zu wollen. Dabei ist es fast ein Jahr her, dass das rot-rot-grüne Regierungsbündnis eine Gesetzesänderung des Thüringer Gaststättengesetzes (ThürGastG) vorgenommen hat, das betroffene Menschen von Diskriminierung in Gaststätten und eben auch in Clubs mehr den Rücken stärken sollen. Erbost über die Reaktion der Polizei sagt Alex: „Wir müssen mehr auf das Thema sensibilisieren. Es geht ein spürbarer Rechtsruck durch Europa, der auch im verträumten Erfurt zu spüren ist und Rassismus und Diskriminierungen schürt. Die Zivilgesellschaft, aber auch unsere Behörden und Polizeibeamt*innen, müssen solchen Vorfällen eine höhere Priorität geben.“

Meist sind Bars, Clubs und Kneipen eher wegen ihres „Lärms“ in der Kritik. Dabei setzt die CDU lieber auf die Ruhe der Anwohner*innen, statt auf ein Stadtleben in dem ALLE gut und gerne leben können: „Akteur*innen wie Frau Walsmann von der CDU Erfurt, die sich bei jedem lauten Geräusch einer Kulturstätte in der Erfurter Innenstadt echauffiert, tritt jedoch nicht in Erscheinung, wenn Menschen mit Migrationshintergrund aufgrund ihrer Herkunft und/oder ihres Aussehens diskriminiert und von der städtischen Kultur ausgeschlossen werden. Vielleicht liegt es daran, dass Frau Walsmann gern Wahlkampf im Cosmo macht und auch beim nächsten Mal lieber wieder Sekt verteilt, als auf Missstände zu reagieren.“ Das sei aber nicht Zielführend: „Wir dürfen nicht darüber diskutieren, wie wir Kultur eindämmen, sondern wie wir Kultur fördern, beleben und zugänglich für alle Menschen machen. Grade die bedrängteren Club- und Kneipenbetreiber geben sich sehr viel Mühe um ihre Nachbar*innen. Das Cosmo am Anger muss jetzt auch nachziehen!“ hält der Erfurter Juso-Chef weiter hoch.

Erst vor zwei Jahren wurde ein ähnlicher Fall bekannt, bei dem eine Studierende der „Fall School“ aufgrund ihres Kopftuches der Zugang zum Club verwehrt wurde. Aus angeblichen „Sicherheitsgründen“ wurde die junge Frau aufgefordert, das Tuch abzunehmen. Absurd. Damals distanzierte sich der Club-Betreiber „von rassistischen und fremden- und religionsfeindlichen Ansichten“, hielt jedoch am Sicherheitspersonal und dahinterstehenden Unternehmen „Guardian Force“ fest, das bekanntermaßen auch Rechtsradikale der Gruppierung „Volksgemeinschaft“ beschäftigt. Auch NPD-Stadtratskandidaten waren gern gesehene Mitarbeiter in den Reihen der Sicherheitsfirma. Und diese macht nun munter weiter mit ihren rassistischen und diskriminierenden Äußerungen und Handlungen vor der Tür des Cosmopolars aber auch anderer Clubs.

Die Jusos Erfurt fordern eine klare Aufklärung des Vorfalls und ein rigoroses Vorgehen gegen rassistische und menschenfeindliche Diskriminierung von Menschen in unserer Stadt- und Jugendkultur! Wir fordern außerdem den Club-Betreiber „Cosmopolar“ dazu auf, sein Sicherheitskonzept um menschenfreundliche und -rechtliche Standards zu erweitern und ihre Zusammenarbeit mit ihrer Sicherheitspersonalfirma zu überdenken.

 

Update: Das Bündnis 90/ Die Grünen stellen ein Anfrage zur Situation vor dem Cosmopolar und machen es zum Diskussionsgegenstand im Erfurt Stadtrat. Hier und Hier findet ihr die Links zur Anfrage und den Terminen. Stadtratssitzungen sind öffentlich und können besucht werden! 

 

 

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