Erfurter Jusos kritisieren Nacht-Abschiebungen.

Die Jusos Erfurt schließen sich der Kritik ihres Landesverbandes an der nächtlichen Abschiebe-Aktion vom 15.12.2015 an und verweisen auf die besondere Härte von Abschiebungen kurz vor dem Schulabschluss.

Aus der TLZ vom Wochenende ging hervor, dass von der Abschiebung auch geflüchtete Kinder betroffen waren – kurz vor dem Schulabschluss an der Erfurter Thomas-Mann-Schule. 

Für die Jusos sind sowohl das Recht auf Asyl, als auch das universelle Kinder-Recht auf Bildung hohe Güter und daher ist es für sie absolut unverständlich, wie Kinder aus dem Umfeld der Schule herausgerissen werden können, um als Roma in das vermeintliche sichere Herkunftsland Serbien abgeschoben zu werden, in dem allgemein bekannt die strukturelle Diskriminierung von Roma zum guten Ton gehört. Der Schulabschluss war für die Kinder in greifbarer Nähe und damit hat die Integration schon viele Hürden genommen. Die Kinder hätten sicherlich eine Zukunft in Deutschland gehabt, oder sich zumindest eine Zukunft in ihrer alten Heimat aufbauen können. 

SPD-Stadtrat Kevin Groß kann diese Praxis nur als menschenverachtend bezeichnen und sieht darin einen klareren Verstoß gegen Art. 28 der Kinderrechtskonvention, die jedem Kind das Recht auf Bildung zugesteht.

Kevin Groß dazu: „Man mag zu Abschiebungen und dem Thema der sicheren Herkunftsstaaten ja stehen wie man will, aber es sollte klar sein, dass man einem Kind nicht erst Integration abverlangt, nur um es dann – kurz vor dem Schulabschluss – abzuschieben. Für mich ist so etwas schlicht menschenverachtend.“

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